Offener Brief an die Mitglieder des Börsenvereins
Was war los auf der Frankfurter Buchmesse?

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum ersten Mal seit 1933 sind auf der letzten Frankfurter Buchmesse Verleger physisch bedroht, Verlage überfallen und Bücher vernichtet worden. Vielleicht waren auch Sie Zeugen solcher Szenen, die plastisch veranschaulichten, wie es im unmittelbaren zeitlichen Vorfeld der "Machtergreifung" der Nazis zugegangen sein mußte. Auch diesmal waren die Täter dazu ermutigte staatsalimentierte Schläger, jetzt der "Anti"FA, und staatsnahe bis -eigene "NGO"s an der langen Leine des US-Milliardärs Soros (Amadeu Antonio Stiftung etc.).
Als echte Linke und daher Voltairianer – "Ich bin nicht Ihrer Meinung, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern können" – veröffentlichten wir noch bei laufendem Pogrom folgende vielbeachtete und zahlreich unterzeichnete

An die
Leitung der
Internationalen Frankfurter Buchmesse
Frankfurt, den 14. Oktober 2017

Protesterklärung gegen Zensur und Gewalt
auf der Frankfurter Buchmesse
Wir, Teilnehmer und Besucher der Internationalen Frankfurter Buchmesse 2017, nehmen mit Entsetzen zur Kenntnis, daß in den Räumlichkeiten der Buchmesse der Messestand des Antaios-Verlags überfallen und seine ausgestellten Bücher zerstört wurden und kurz darauf der Messestand des Verlags Manuscriptum und der Zeitschrift "Tumult" vollständig geplündert und sämtliche ausgestellten Bücher sowie das gesamte Werbematerial geraubt wurden.
Mit besonderer Empörung nehmen wir zur Kenntnis, daß der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, in einer offiziellen Verlautbarung des Börsenvereins die beiden überfallenen Verlage mit Namen und genauer Angabe der Standnummer ins Visier der Pogromisten gerückt und zur "aktiven Auseinandersetzung" mit der "Präsenz dieser Verlage" aufgerufen hat, bevor er persönlich und wiederum im Namen des Börsenvereins die „Proteste“ gegen den Antaios-Verlag vor dessen Stand anführte.
Es ist das erste Mal seit 1933, daß im Lande der Bücherverbrennungen unliebsame Verlage und unerwünschte Bücher in einer öffentlichen Buchmesse wieder Opfer offener Gewaltakte werden.
Wir fordern die Leitung der Frankfurter Buchmesse auf, den Gewalttätern und allen Zensurversuchen ihrer geistigen Hintermänner entschieden entgegenzutreten und der Freiheit des Wortes und der Meinung wenigstens noch in ihren Räumlichkeiten ein sicheres und ungestörtes Refugium zu garantieren.
Die Meinungsfreiheit ist unteilbar. Die Zensur ist die geruchlose Variante der Bücherverbrennung. Wehret den Anfängen!


Daß wir in der unvermischten und unverwässerten Tradition der Aufklärung des Frankreichs der Menschenrechte stehen (deren vornehmste Abschnitte die Meinungs- und Religionsfreiheit ohne Extrawürste vor dem Strafgesetz sind), haben wir seit Jahrzehnten bewiesen:
    1.) Wir verteidigten unparteilich alle Opfer des Brandt´schen Verfassungsbruches vom 28.1.1972, egal ob diese der DKP, K-Gruppen oder Außenseiterorganisationen wie der "GIM" angehörten, und veröffentlichten als einziger Verlag eine möglichst umfassende Übersicht über Opfer und Täter ("Manfred Histor"), obwohl niemand unserer Mitarbeiter oder Unterstützer jemals einer dieser Kleinparteien angehörte;
    2.) wir bekämpften ohne jedes Wenn und Aber die Verfolgung kleiner und junger Religionsgemeinschaften, insbesondere der am übelsten betroffenen Scientologen, obwohl wir deren Lehre weder kennen noch interessant finden (freilich haben sie noch keine Mordfatwa verfaßt noch eine ISIS gegründet, das wissen wir schon); aber man kann ja auch die Bibel abscheulich finden und den Talmud nicht gelesen haben und während des 3. Reiches oder davor dennoch den Antisemitismus bekämpfen und als so bösartig und vernunftfeindlich brandmarken wie er ist;
    3.) wir haben als einziger Verlag sofort nach dem Mordaufruf Khomeinis eine Broschüre zur Würdigung des indischen Autors verlegt, aktiv verbreitet und von der Messeleitung, die sich da sehr zierte, klare Worte gegen diese erste internationale Kriminalität sowie praktischen Schutz der Rushdie-Übersetzer gegen religionsgeleitete Verbrecher verlangt, was freilich durchaus keine Demonstrationen gegen diese oder ihnen nahestehende Verlage durch die Messeleitung, Stadtbürokratie usw. zur Folge hatte, nicht einmal Öffentlichkeitsherstellung über das zur damaligen Buchmesse fast gleichzeitige blutige Attentat auf Rushdies norwegischen Verleger William Nygaard. Kämpfer für Religions- und Meinungsfreiheit sind die von Herrn Soros lancierten, vom Staat wohlwollend unterstützten Pogromisten jedenfalls nicht – natürlich.

Wenn wir nun Gewaltlosigkeit und Grundgesetzbeachtung auf jeder Buchmesse fordern, so keineswegs, weil wir der (von organisations- und konfessionsgebundenen Verlagen abgesehen) deutsche Verlag mit dem höchsten Prozentsatz an jüdischen Autoren nach den hallachischen wie Nürnberger Gesetzen sind (sowie vielen kommunistischen Widerstandskämpfern gegen das 3. Reich), und auch als Marx und Freud, Lenin und Trotzki verpflichtete Verteidiger der Aufklärung, und auch keineswegs, weil wir mit den Inhalten der Angegriffenen sympathisieren, sondern damit diese sich überhaupt artikulieren können und müssen und dadurch kritisieren lassen. WIR verweigern den (gewalt- und geschreilosen) Dialog nicht! Alles Völkische ("Gefühl") überlassen wir nicht nur einer alten oder neuen Rechten, sondern auch einer falschen Linken, die z.B. eine schwarze oder nordafrikanische Rasse über die rassenlose Vernunft erhebt und der schon im Falkland-Krieg argentinische Faschisten lieber waren als englische Demokraten.
Das Wort ist der natürliche Gegensatz der Gewalt, nicht das geschrieene und gebrüllte, sondern das artikulierte und insbesondere gedruckte. Wer es mit Zahnpasta, Rotwein und Raub schändet, lyncht auch Menschen. Einmal Christentum (das damit anfing) ist genug, einmal Faschismus (der genauso anfing) ist genug!

Wer jetzt kein Stopschild setzt, wird nachher nichts gewußt haben wollen.

Sorgen Sie insbesondere dafür, daß die Leipziger Messeleitung den Erpressungen der falschen "LINKEN" und deren politischen Sympathisanten quer durch die "etablierten" Parteien keinen Zollbreit nachgibt (egal, was Herr Soros in der Ferne dazu sagt)!

Mit voltairianischen Grüßen
Ingrid Karfich
Geschäftsführer



AHRIMAN Vortrag und Diskussion
auf der Karlsruher Bücherschau und den Stuttgarter Buchwochen

Peter Priskil
Kronstadt – Was die Imperialisten zur Weißglut brachte

Samstag, den 25.11.2017, 18:00 Uhr, Meidinger Saal
Regierungspräsidium, Karl-Friedrich-Str. 17, Karlsruhe

Sonntag, den 26.11.2017, 18:00 Uhr, Bertha-Benz-Saal
Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Str. 19, Stuttgart




Neuerscheinungen


Der Geruch von Menschenfleisch Cadik Braco Danon
Der Geruch von Menschenfleisch


260 S., EUR 11,80
ISBN: 978-3-89484-833-0
  
Kronstadt Texte von Lenin, Trotzki u.a.
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ISBN: 978-3-89484-830-9

System ubw 2/2017 System ubw 2/2017

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ISSN: 0724-7923
ISBN: 978-3-89484-722-7
 
Ketzerbriefe 206 Ketzerbriefe 206

80 S., EUR 4,50
ISSN: 0930-0503




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Für Glotzenverweigerer verweisen wir auf folgende Protestliste: www.keinezwangsberieselung.com

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